Geschichte

…vom Bauern und seinem Pferd …

 

…wer weiss, wer weiss …

„Vor langer, langer Zeit lebte ein Bauer in einem kleinen Dorf. Er war glücklich mit dem was er tat, auch wenn sein Hof nur ein kleiner war und das Leben von ihm verlangte, dass er auf dem Feld hart arbeiten musste um zu überleben. Eines Tages war dieser Bauer wieder auf seinem Feld, als ein wildes Pferd neugierig auf ihn wurde und zu ihm kam. Der Bauer dachte sich zuerst nicht viel dabei. Er bewunderte es, da es wirklich schön war und versuchte sich ihm zu nähern. Das Pferd war zwar ein Wildpferd, aber es beschloss anscheinend sich von diesem Mann streicheln zu lassen.

Nach weiteren Stunden Arbeit ging der Bauer von seinem Feld nach Hause, aber das Pferd, das in der Nähe geblieben war wurde immer neugieriger auf den Bauern und folgte ihm. So kam es, dass der Bauer mit seinem neuen Pferd zurück ins Dorf kam. Als die Menschen in diesem Dorf den Bauern mit seinem schönen und stolzen Pferd sahen kamen sie gleich angerannt um es zu bewundern. Viele meinten dass der Bauer solch ein Glück hätte, dass ihm ein solches Pferd zu gerannt sei – immerhin war ein Pferd zu dieser Zeit ein großer Besitz, da es viel Arbeit abnehmen konnte. Der Bauer lachte hingegen nur und meinte: „Ach, nur nicht so viel Aufregung, denn wer weiß wozu es gut ist!“

Ein paar Tage lang ging der Bauer dann mit seinem neuen Pferd aufs Feld um es zu bestellen. Als jedoch andere Wildpferde in der Nähe des Feldes auftauchten spürte das Pferd den Ruf der Wildnis wieder und ran mit ihnen davon. Als der Bauer an diesem Abend ohne dem Pferd in dem Dorf ankam riefen ihm viele Dorfbewohner zu, dass sie es so schade fänden, dass das Pferd nun wieder weg sei. Ja sie bemitleideten den Bauern ein wenig. Dieser antwortete jedoch wieder nur lachend: „Ach ja, es war mir eine große Hilfe, aber wer weiß wozu es gut ist!“

Nur wenige Tage später geschah es dann aber, dass das Pferd wieder zum Hof kam wo der Bauer wohnte. Es hatte nicht vergessen dass der Bauer es sehr gut behandelt hatte und kam nun, da es sich genug ausgetobt hatte wieder zurück. Noch dazu folgten ihm noch andere Wildpferde die nun ebenfalls vom Bauern eingefangen wurden. Wieder freuten sich alle im Dorf mit dem Bauern und meinten dass er doch sicherlich glücklich sei mit seinen neuen Pferden? Doch wieder war seine Antwort nur: „Ach nein, ich will da gar nicht so viel Aufhebens darum machen, denn wer weiß wozu es gut ist!“

Wenige Tage später musste der Bauer jedoch etwas Dringendes erledigen und schickte deswegen seinen Sohn mit einem der Pferde aufs Feld. Dieser war sehr beeindruckt von diesem und wollte schon die ganze Zeit versuchen es zu reiten. Allerdings lassen sich Wildpferde nun mal nicht so leicht reiten und kaum hatte sich der Sohn des Bauern auf den Rücken des Pferdes geschwungen galoppierte es auch schon los und buckelte um ihn abzuwerfen. Der Sohn des Bauern konnte sich nur kurz halten bevor er fiel und sich dabei den Fuß brach. Nun sich in dieser Zeit den Fuß zu brechen war keine Kleinigkeit und bedeutete lange Ruhezeit in der der Sohn nicht auf dem Hof aushelfen konnte. Als dies im Dorf bekannt wurde, kamen viele Dorfbewohner zum Hof des Bauern um ihm zu sagen, wie schrecklich sie es finden, dass der Sohn des Bauern sich den Fuß gebrochen hatte und verfluchten das Pferd. Doch auch dieses Mal meinte der Bauer nur lächelnd, dass es zwar eine schwierige Zeit nun werden würde, aber wer weiß wozu es gut sei.

Nur wenige Tage später brach ein Krieg zwischen dem Land in dem der Bauer wohnte und dem Nachbarland aus und alle jungen Männer wurden abgeholt um zu kämpfen. So auch in dem Dorf in dem der Bauer wohnt. Alle jungen Männer wurden abgeholt – außer der Sohn des Bauern.“

Dies ist eine Geschichte die ich zum ersten Mal hörte, als ich sehr krank war und die zu meinem Lebensmotto wurde. Ganz egal was auch immer in meinem Leben geschieht, ich weiß es hat einen Grund. Auch wenn ich manchmal ein wenig länger brauche um es zu verstehen … aber alles, egal was auch immer bis jetzt in meinem Leben geschah hatte einen Grund aus dem ich sehr viel lernte und das mich weiterbrachte.

Ein lieber Mensch erzählte mir die Geschichte damals, dieser hörte sie wiederum von einem anderen lieben Menschen. Tja, wie es nun mal so ist mit weitergegebenen Geschichten, verändern sie sich ständig. Jeder erzählt sie ein wenig anders … wodurch die Geschichte lebendig wird. Dies ist „meine“ Geschichte, wie ich sie erzähle, und schon oft erzählt hab … jedes Mal ein wenig anders.

Alles Liebe Harald Huemer